Stillen - Stillen-am-Arbeitsplatz


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Leider bieten Arbeitgeber immer noch zu wenige Möglichkeiten, um Arbeit und Stillen zu kombinieren. Es ist sogar so, dass nicht jeder Arbeitgeber über den rechtlichen Rahmen für den Schutz der stillenden Mutter am Arbeitsplatz auf dem Laufenden ist. Nur eine kleine Anzahl von Arbeitgebern hat in der Betriebsführung formelle Vereinbarungen über das Stillen getroffen. Die empfohlene Zeit, um ‚ausschließlich‘ Brustnahrung zu geben, ist ein halbes Jahr. Ein großer Teil der arbeitenden Frauen hört leider mit dem Stillen auf, sobald sie wieder bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind.

Der deutsche rechtliche Rahmen für den Schutz der stillenden Mutter bietet Frauen die Möglichkeit, das Stillen mit der Arbeit zu kombinieren. Leider kennen viele stillende Mütter sich ebenfalls nicht mit ihren Rechten aus. Manchmal spielen fehlende Einrichtungen (ein Privatzimmer zum Beispiel) eine große Rolle. Arbeitgeber haben eine gesetzliche Verpflichtung, Frauen entgegen zu kommen und sie auf ihre Rechte hinzuweisen.

Ihre Rechte
Wenn Sie sich entscheiden, Ihr Kind zu stillen, haben Sie Anspruch auf Stillpausen. Ihr Arbeitgeber gibt Ihnen auf Ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit frei, d.h. mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde. Wenn Sie mehr als acht Stunden ‚zusammenhängend‘ arbeiten, dann sollte auf Ihr Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens 45 Minuten freigegeben werden. Wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, sollte eine Stillzeit von mindesten 90 Minuten gewährt werden. Soweit die Arbeitszeit nicht durch Ruhepausen von mindestens zwei Stunden unterbrochen wird, gilt sie als ‚zusammenhängend‘. Wenn das Kind nicht an der Arbeitsstätte gestillt werden kann, dann können nach Auffassung der Stillkommission diese Pausen auch dazu genutzt werden, um Milch abzupumpen.

Ein Verdienstausfall darf durch die Gewährung der Stillzeit nicht eintreten. Stillende Mütter dürfen die Stillzeit nicht vor- oder nacharbeiten. Außerdem darf die Stillzeit nicht auf die im Arbeitsgesetz oder in anderen Vorschriften festgesetzten Ruhepausen angerechnet werden. Stillzeiten sind auf Grund dieser Bestimmungen als Arbeitszeit anzurechnen.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen geeigneten Raum für Sie zur Verfügung zu stellen. Es muss sogar möglich sein, dass dieser Raum Ihnen als stillende Mutter eine private Atmosphäre bietet. Steht kein geeigneter Raum zur Verfügung, dann müssen Sie die Gelegenheit bekommen, Ihr Kind zuhause stillen zu können. Hierbei geht dann die maximale verfügbare Zeit auf Kosten Ihres Arbeitgebers.

Gut zu wissen
Lt. § 7 Abs. 1 Mutterschutzgesetz (MuSchG) haben alle „stillenden Mütter“, die beim Arbeitgeber Stillzeit verlangen, einen Anspruch auf bezahlte Freistellung. Bei Teilzeitarbeit sollten die Stillzeiten so gelegt werden, dass so wenig wie möglich Arbeitszeit ausfällt. Die betrieblichen Belange sind hierbei also zu berücksichtigen.

Eine Entscheidung darüber, bis zu welchem Lebensjahr das Kind gestillt wird, trifft ganz alleine die Mutter. Allerdings wird von den Gerichten eine zeitliche Begrenzung des Stillanspruches bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres eines Säuglings als ausreichend angesehen. (siehe http://www.familien-wegweiser.de)

Im Einzelfall kann das Gewerbeaufsichtsamt, das zuständig für den Mutterschutz ist, nähere Bestimmungen über Zahl, Lage und Dauer der Stillzeiten treffen und auch die Einrichtung von Stillräumen vorschreiben.

Eine stillende Mutter hat Recht auf einen gepflegten Aufenthaltsraum mit privater Atmosphäre, wo sie ihr Baby stillen oder ihre Muttermilch abpumpen kann. Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob er Ihnen einen Raum zur Verfügung stellen kann, in dem sich auch ein Liegebett befindet. Ein fester Aufbewahrungsplatz für die zum Abpumpen erforderliche Ausrüstung sollte ebenfalls in diesem Aufenthaltsraum vorhanden sein. Außerdem sollte dieser Raum mit einem Kühlschrank und einem Waschbecken ausgestattet sein.



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